„GAL“-Seife für saubere Politik


Freitag, 21. August 2009 | Quelle: Westfälische Nachrichten (Steinfurt)

 


Steinfurt – Kein Wahlprogramm, keine Wahlplakate, keine Radtouren und Firmenbesuche – dafür zehn neue Bäume in der Stadt, eine integrative (Herbst)ferienzeit für Kinder und als kleine Wahlgeschenke grüne Päckchen mit Gallseife – „für eine saubere Politik“ – mit der sich die GAL­ier selbst ein wenig auf den Arm nehmen. „Wir gehen im Kommunalwahlkampf bewusst andere Wege“, erläutert Christian Franke als Sprecher der Grün-Alternativen Liste (GAL). Mit einer klaren Zielvorgabe. „Wir wollen im neuen Rat wenigstens einen Sitz mehr holen“, sagt Gebhard Niehues. Das wären dann vier. Obs klappt? Christian Franke ist „gespannt-optimistisch“.

Überzeugen will die GAL die Steinfurter mit einer kurzen und knappen Darstellung dessen, was die Fraktion in der zu Ende gehenden Ratsperiode gemacht hat. Dafür reicht ein Flyer. Überschrift: „Unsere Stadt kann mehr.“ „Umfangreiche Programme“, ist Christian Franke überzeugt, „sind oft nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind.“ Dort würden viel zu häufig nur Phrasen gedroschen.Sozial, ökologisch, kinder- und familienfreundlich, das sind die wichtigsten Schlagworte, mit denen die GAL um Stimmen wirbt. „Wir setzen uns aber auch für eine nachhaltige Stadtentwicklung ein“, betont Lydia Zellerhoff. So wolle die Partei eine gesunde Einzelhandelsstruktur ohne ruinösen Wettbewerb. Ein Negativbeispiel der jüngeren Vergangenheit ist für die Grün-Alternativen der Baumgarten. „Die Auswirkungen auf die Innenstadt sind enorm.“„Wir waren immer ein verlässlicher Ansprechpartner“, resümiert Christian Franke. Es sei keine Bürgeranfrage liegengeblieben. „Wir haben alle beantwortet.

“Die Abgrenzungsprobleme zur zweiten Ratsfraktion, die das Grün im Namen führt, nämlich Bündnis 90/Die Grünen, sehen die GALier als überwunden an. „Die Zeit hat das erledigt“, glaubt Gebhard Niehus nicht mehr, dass es bei den Wählern zu Verwechslungen kommt. Die Arbeit von Bürgermeister Andreas Hoge beurteilt die Grün-Alternative Liste differenziert. Christian Franke: „Wir kamen von einem niedrigen Niveau. Da liegen wir jetzt deutlich drüber.“ Es gebe aber eine Reihe von Bereichen, in denen das Geleistete nicht ausreiche. Spontan fällt ihm da die Bewältigung des Stadtwerke-Skandals ein. „Ich bedauere es ehrlich, dass die Steinfurter immer noch auf Erklärungen warten.

“Rund 20 Mitstreiter hat die GAL für die Ratsarbeit finden können. „Unterstützer, gerade in der Jugend, haben wir aber sehr viel mehr“, weiß Eva Jürriens. Sie verweist auf die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die die jüngsten Ferienspaßaktionen (die WN berichteten) zu einem großen Erfolg machten. Zu Richtungswechseln sieht die Grün-Alternative Liste keinen Anlass. Christian Franke: „Wir machen weiter wie bisher.“